Deutsche Rebsorten (eine Auswahl)


Riesling-Rennaissance weltweit

 

Unbestrittenes Aushängeschild der deutschen Weinszene ist der Riesling, der nicht nur im nationalen Rebsortenspiegel mit rund 20 Prozent Anteil an der Gesamtrebfläche (zirka 102.000 Hektar) den Spitzenplatz einnimmt. „Riesling ist kein Trend mehr", meint Philipp Wittmann vom Weingut Wittmann in Westhofen/Rheinhessen, „Riesling ist längst etablierter Spitzenwein". Und das mittlerweile weltweit. Jochen Becker-Köhn vom Weingut Robert Weil/Rheingau sieht die Initialzündung für die steigende weltweite Nachfrage nach deutschen Rieslingen im USA-Markt. „Seit Jahren sind hier deutsche Weingüter in der Spitzengastronomie gelistet. Das schafft vor allem Image und hat damit eine nicht zu unterschätzende Außenwirkung für die gesamte deutsche Weinwirtschaft".
Kein Zweifel, die deutsche Weinwirtschaft gewinnt wieder ein deutliches Qualitäts-Profil. Lagen-Diskussion, kontroverse Gedanken ums Terroir und die Bemühungen, kompromisslose Qualitätsanforderungen an die Spitze zu stellen, haben in den vergangenen Jahren auf breiter Ebene zu einer deutlichen Qualitätsverbesserung der Weine geführt. Was im heimischen Markt jetzt Erfolg zeigt, wird auch in den Nachbarstaaten registriert. Nicht nur in Übersee legen deutsche Weine zu, auch in Europa steigt die Nachfrage.


Spätburgunder - roter Klassiker für Geniesser

 

Das Pendant zum weißen Klassiker Riesling ist der rote Klassiker Spätburgunder (in Frankreich Pinot Noir). Er zählt zur Burgunderfamilie und ist auch in Deutschland seit mehr als 1000 Jahren heimisch. Die edle Sorte gedeiht nur in besten Lagen. Spätburgunderweine schmecken vollmundig und samtig. Sie bezaubern mit einem leicht süßlichen Duft nach roten Früchten, von Erdbeere über Kirsche und Brombeere bis hin zur schwarzen Johannisbeere. Kräftige Varianten begleiten am besten Braten und Wild oder auch eine
Käseplatte. Die Rosevariante Spätburgunder Weißherbst gefällt zu Vorspeisen und weißem Fleisch.

 


Dornfelder - Farbe, Frucht, Wärme

 

Der Dornfelder, eine Kreuzung aus Helfensteiner und Heroldrebe, ist die erfolgreichste deutsche Neuzüchtung bei den Rotweinsorten. Seit 1981 ist die Sorte klassifiziert, sie ist auch in den meisten Anbaugebieten zu finden.
Domfelder wird vornehmlich als trockener Rotwein ausgebaut. Es gibt zwei Ausbaustile. Der erste betont die intensiven Fruchtaromen wie Sauerkirsche, Brombeere und Holunder. Andere Winzer bauen den Dornfelder im großenoder kleinen Holzfass aus und betonen mehr die Gerbstoffe und Struktur des Weins. Die kräftigen Rotweine passen zu Braten, Wild oder Käse.

 


Trollinger - Späte Reife, Früher Genuss

 

Als Urheimat des Trollingers wird Südtirol oder das Trentino angenommen. In Deutschland findet man die Rebsorte fast ausschließlich in Württemberg. Die Rebe verlangt wegen ihrer späten Reife nach sehr guten, frostfreien Lagen. Die  Trollinger-Weine haben sich längst schon mit ihrer frisch-fruchtigen und
kernig-herzhaften Art zu einem „schwäbischen National-getränk" entwickelt. Die leichten, rassigen Weine mit dezentem Kirsch- oder Beerenaroma passen hervorragend zu kräftigen Brotzeiten ebenso wie zu Pastagerichten und milden Käsesorten.

 


Lemberger - Südländischer Charme

 

Die spätreifende Lembergertraube wird nahezu ausschließlich von Württemberger Winzern angebaut. Sie erzeugen leichtere, fruchtige Tropfen, aber auch extrakt- und tanninreiche Rotweine. Meist sind die Weine intensiv schwarzrot. In der Nase zeigen sie oftmals ein kräftiges Aromabild, das an Brombeeren, Kirschen, Pflaumen oder Johannisbeeren erinnert. Der   fruchtige   Lembergertyp eignet sich bestens zur Vesper und zur sommerlichen Grill-Party. Die gerbstoffbetonten und gehaltvollen Weine eignen sich besonders gut zu Pasteten und Terrinen vom Wild- und Wildgeflügel, zu Grillgerichten und zu Geschmortem vom Lamm oder Rind sowie zu reifen, kräftigen Käsesorten.

 




  Zitat


Selbst der beste Wein vermag es nicht, wirkliche Sorgen zu vertreiben.

Chinesische Weisheit