Zitate rund um den Wein


Begriffe

 

oenos (griech.): Wein

Oenologie: Weinwissenschaft

ampelos (griech.): Rebstock

Ampelografie: Rebsortenkunde, Weinkunde


Kirche

 

Der Wein wird in der Bibel mehr als 400 Mal erwähnt.

  • Hochzeit zu Kanaa
  • Der Wein ist geschaffen, dass er die Menschen soll fröhlich machen. (Jesus Sirach 31, 34)
  • Der Wein erfreue des Menschen Herz. (Psalm 104, 15)
  • Was ist das Leben, da kein Wein ist? (AT)
  • Es muss ein jeglich Land seinen eigenen Teufel haben, Welschland seinen, Frankreich seinen. Unser deutscher Teufel wird ein guter Weinschlauch sein und muss Sauf heißen, dass er so durstig und höllisch ist, der mit so großem Saufen Weins und Biers nicht kann gekühlt werden. (Martin Luther)
  • Der Wein, der 400 mal in der Bibel erwähnt wird und für das Messopfer unerlässlich ist, muss erhalten bleiben (Stellungnahme der Kirche 9. Jh. anlässlich der Bürgerkriege)
  • Reiches Aquitanien, süß wie Nektar dank seiner Reben! (Mönch um 1000)
  • Spiele beim Weintrinken nicht den starken Mann; der Wein hat schon viele schwach gemacht. (Jesus Sirach 31, Vers 25)


 

 


Volksmund

 

 

  • Ist der Wein im Manne, ist der Verstand in der Kanne.
  • Quand le vin est tiré, il faut le boire. (Wer A sagt, muss auch B sagen.)
  • Il s'y connaît en vin. (Er ist Weinkenner.)
  • Etre dans les vignes du Seigneur. (weinselig sein)
  • Wo Bacchus das Feuer schürt, sitzt Frau Venus am Ofen.
  • Wo man trinkt, da wird auch gesprochen. (Ghana)
  • Regen lässt das Gras wachsen, Wein das Gespräch. (Schweden)
  • Winket dir der Wein im Becher, / greife zu und trinke frisch, / aber nicht mit jedem Zecher / setze dich an einen Tisch!
  • Welcher Wein ist der Beste? Der des Nachbarn, denn er kostet nichts!
  • Wer da trinket guten Wein, dem schaut Gott ins Herz hinein. (Frankreich) 



Muse Wein

  • Der Wein ist unter den Getränken das Nützlichste, unter den Arzneien die Schmackhafteste und unter den Nahrungsmittel das Angenehmste (Plutarch).
  • Hoffnung auf Genuss ist fast soviel als schon genossene Hoffnung. (Shakespeare, Richard III)
  • Der Kultivierte bedauert nie einen Genuss. Der Unkultivierte weiß überhaupt nicht, was ein Genuss ist. (Oscar Wilde)
  • Wer nicht genießt, wird ungenießbar. (Konstantin Wecker)
  • Le vin de Bourgogne est la parte intellectuelle du repas. (Dumas)
  • Plus je veilles, Monsieur, et plus je sens le prix de vos bontés. Votre bon vin me devient nécessaire. Je donne un bon Beaujolais à mes convives de Genève et je bois en cachette votre vin de Corton. (Brief von Voltaire an Président Lebeau, 1759)
  • Die Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens. (Jean Paul, dt. Schriftsteller)
  • Selbst der beste Wein vermag es nicht, wirkliche Sorgen zu vertreiben. (Chinesische Weisheit)
  • Wein ist eines der wenigen Genussmittel, bei denen es möglich ist, völlig rein zu arbeiten. (Michael Prinz zu Salm-Salm, Präsident des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter (VDP)
  • Der ist nicht wert des Weines, der ihn wie Wasser trinkt. (Friedrich von Bodenstedt)
  • Wenn man nicht trinken kann, / soll man nicht lieben. / Doch sollt ihr Trinker euch / nicht besser dünken: / Wenn man nicht lieben kann, / soll man nicht trinken. (Johann Wolfgang von Goethe)
  • Nimmer, das glaubt mir, erscheinen die Götter, nimmer allein. / Kaum, dass ich Bacchus den lustigen habe, / kommt auch schon Amor, der lächelnde Knabe, / Phöbus, der Herrliche, findet sich ein. (Friedrich von Schiller)
  • Was für Redner sind wir nicht, / wenn der Rheinwein aus uns spricht! (Gotthold Ephraim Lessing)
  • Der Wein, er erhöht uns, er macht uns zum Herrn / und löset die sklavischen Zungen. (Johann Wolfgang von Goethe)
  • Solang man nüchtern ist, / gefällt das Schlechte. / Wie man getrunken hat, / weiß man das Rechte. (Johann Wolfgang von Goethe)
  • In vino veritas. - Im Wein liegt Wahrheit. (Alkäus)
  • Nunc vino pellite curas.
  • Meinen Wein / trink ich allein, / niemand setzt mir Schranken, / ich so meine eigenen Gedanken. (Johann Wolfgang von Goethe)
  • Essen ist ein Bedürfnis des Magens, Trinken ein Bedürfnis des Geistes. (Claude Tillier)
  • Denn endet sich mein Lebenslauf, / so hört von selbst das Trinken auf. (Joachim Perinet, Theaterdichter und Schauspieler)
  • Trinken Sie ein Glas Haut-Brion, dann werden Sie begreifen, was ich meine. Der Wein wendet sich an die intimen Bereiche des Gedächtnisses und Ihrer Zellen; besser als irgendeine Droge weiß er Sie behutsam einzuhüllen. Sie zu begleiten, mit Ihnen zu schlafen, Ihr Erwachen vorzubereiten, Vergessenes in Ihnen zu erkunden. Nichts Spektakuläres; es ist lautlose Musik. (Philippe Sollers)
  • Wenn wir auch zugeben müssen, dass der beste Wein immer der ist, der uns selber am besten schmeckt, so können wir doch nicht leugnen, dass die Weinberge von Bordeaux Weine von höchster Qualität produzieren, und zwar mehr und mannigfaltiger als irgend ein anderes Weinbaugebiet Frankreichs. (André Simon)
  • Rotwein ist für alte Knaben eine von den besten Gaben. (Wilhelm Busch)
  • Seine Freunde und was mit der Liebe zusammenhängt, muss man im Weine anschauen; nichts taugt, was nicht so angeblickt werden kann. (Erhart Kästner)
  • Toren besuchen im fremden Land die Museen, Weise gehen in die Tavernen. (Erhart Kästner)
  • Man führt gegen den Wein nur die bösen Taten an, zu denen er verleitet, allein er verleitet auch zu hundert guten, die nicht so bekannt werden. (Georg Christoph Lichtenberg)
  • Trinke, wenn du glücklich bist, niemals, wenn du unglücklich bist. (Gilbert K. Chesterton)
  • Zu viel kann man wohl trinken, doch nie trinkt man genug. (Gotthold Ephraim Lessing)
  • Die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden der Welt sind die, aus denen man trinkt. (Joachim Ringelnatz)
  • Ce n'est pas posséder, c'est jouir qui rend heureux (Es ist nicht der Besitz, der glücklich macht, sondern der Genuss) Pierre Augustin Caron de Beaumarchais.
  • Der Nebel steigt, es fällt das Laub; schenk ein den Wein, den holden, wir wollen uns den grauen Tag vergolden, ja vergolden. (Theodor Storm)
  • Es ist mir völlig gleichgültig, wohin das Wasser fließt, solange es nicht in den Wein läuft. (Gilbert Keith Chesterton)
  • Kein Wein ist so sauer wie der reine, der einem eingeschenkt wird. (Markus M. Ronner)
  • Ohne Korkenzieher ist der Weintrinker nur ein halber Mensch; ohne ein anständiges Glas ist er verloren. (Wolfram Siebeck)
  • Es gibt immer mehr alte Weintrinker als alte Ärzte. (unbekannt)
  • Durch Lyon fließen drei Flüsse: die Rhône, die Saône und der Beaujolais (Paul Bocuse (*1926), französischer Starkoch, begründer der Nouvelle Cuisine und Kochbuchautor)
  • In Frankreich genießen die Sterne der Küchenchefs mehr Respekt als die der Gerneräle. (Paul Bocuse)
  • Schraubverschlüsse? Das wäre das Ende der französichen Kultur. (Claude Henri Jean Chabrol)
  • Tu Deinem Leib etwas Gutes, damit die Seele Lust hat darin zu wohnen. (Teresa von Avila)
  • Wein ist Versuchung. Seine Farbe gab ihm die Lust, die Liebe seinen Duft. (Roman Merlon)
  • Bacchus lässt sein Feuerblut durch die Adern jagen, bis in heller Venusglut aus die Flammen schlagen.(Carmina Burana)
  • Das Wasser ist die Materie, der Wein die Seele. (Béla Hamvas)
  • Das Großartige bei der Herstellung von Wein ist, dass du allem voran lernst zu warten. (Jean Monnet)
  • Das Geräusch des Korkens erinnert mich an das Hochgehen des Vorhangs bei einer Premiere, wenn nur Gott allein weiß, was uns da erwartet. (François Mauriac)
  • …riechen den feinen Duft, dann den ersten Schmecker tun mit den Lippen, dann mit der Zunge nachkosten, dann richtig den vollen Schluck schlürfen und dann eben, das Allerfeinste, das nur die guten Kenner, den Nachgeschmack prüfen. (Wilhelm Holzamer, Vor Jahr und Tag)
  • Liegst du bei frohem Gelag selig zur Seiten der Schönen, bitte die Götter, dass der Wein nicht dir die Sinne verwirrt.
  • Ein winziges Schwipschen jedoch, mehr noch gemimt als getrunken, hilft dir zum Spiel. (Ovid, Liebeskunst)
  • Mit dem Duft aus einem guten Glas steigt immer ein Stück Vergangenheit auf. (Thomas Karlauf)
  • Wozu die Wahrheit im Kaffeesatz suchen, wenn sie so angenehm im Wein untergebracht ist.(André Brie)
  • Der Genießer muss nicht unentwegt von Höhepunkt zu Höhepunkt eilen, feine Restaurants aufsuchen, Flaschen entkorken, Konzerte besuchen oder was auch immer; er braucht nur irgendwo zu sein und genießen zu wollen.(Gero von Randow)
  • …manchmal habe ich so das Gefühl, eine Pulle Wein sei mehr wert, als die ganze Dichterei. (Gottfried Keller)
  • Vom Urbeginn der Schöpfung ist dem Wein eine Kraft beigegeben, um den schattigen Weg der Wahrheit zu erhellen. (Dante)
  • Schade, dass man einen Wein nicht streicheln kann. (Kurt Tucholsky)
  • Ich habe die wilden heftigen Weine nicht gern … die mit starken Reizen um sich werfen und berühmte Spezialgeschmäcke haben. Ich liebe am meisten ganz reine, leichte, bescheidene Landweine ohne besondere Namen, man kann viel davon vertragen, und sie schmecken so gut und freundlich nach Land und Erde und Himmel und Gehölz. (Hermann Hesse, Der Steppenwolf)
  • Denken trennt, Genießen verbindet. (Gero von Randow)
  • Ohne Wein und ohne Weib hol’ der Teufel uns’re Leiber! (Johann Wolfgang von Goethe)
  • Wer Wein trinkt, schläft gut.
    Wer gut schläft, sündigt nicht.
    Wer nicht sündigt, wird selig.
    Wer also guten Wein trinkt, wird selig. (William Shakespeare)

 

Der Bettler (Gottfried Keller):

Man merkte, dass der Wein geraten war
Der alte Bettler wankte aus dem Tor,
Die Wangen glühend wie ein Rosenflor,
Mutwillig flatterte sein Silberhaar.

Und vor und hinter ihm die Kinderschar
Umdrängt' ihn, wie ein Klein-Bacchantenchor,
Draus ragte schwank der Selige empor,
Sich spiegelnd in den hundert Äuglein klar.

Am Morgen, als die Kinderlein noch schliefen,
Von jungen Tränen drollig angelacht,
Sah man den braunen Wald von Silber triefen.

Es war der Reif gefallen über Nacht;
Der Alte lag erfroren in dem tiefen
Gebüsch, vom Rausch im Himmel aufgewacht.


Latein

Acuit igenium vinum moderamine sumptum; absgue modo sumptum perdit cum robore sensum.
Maßvoll genossener Wein schärft den Geist; Weingenuss ohne Mäßigung zerstört Kraft und Denken

 

Vina probat bonus emptor odore, colore, sapore; nare probatur odor, visu color et sapor ore.
Ein tüchtiger Käufer beurteilt den Wein nach seiner Blume, seiner Farbe und seinem Geschmack. Mit der Nase wird der Duft, mit Augen die Farbe und mit dem Mund der Geschmack beurteilt


Vinum Rhenese decus est et gloria mesae
Ein guter Wein vom Rhein steht bei der Mahlzeit fein.

 

Vinum Moslanum fuit omne tempore sanum.
Ein guter Wein vom Moselgrund hält Leib und Seele stets gesund

 

Bacchus et ad culpan causus dedit
Bacchus brachte auch Schuld auf die Welt

 

Quando bibo vinum, loquitur mea lingua Latinum
Trink ich Wein, sprech ich Latein.

 

Quale vinum, tale Latinum.
Wie der Wein, so mein Latein.

 

Odi memorem convivam.
Ich hasse einen Mitzecher, der ein gutes Gedächtnis hat.

 

Comede in laetitia panem tuum, et bibe cum gaudio vinum tuum: quia Deo placent opera tua.
Iß freudig dein Brot, und trink vergnügt deinen Wein; denn das, was du tust, hat Gott längst so festgelegt, wie es ihm gefiel.

 

 





  Zitat


Es sind die Wissbegierigen, die den meisten Genuss am Wein haben. Das Schönste an der Sache ist ja die Abwechslung: Man könnte ein ganzes Leben lang jeden Tag einen anderen Wein probieren und würde doch immer noch dazulernen.

(Hugh Johnson)